Web 2.5
Meine Version
Sie sind voll im Trend und haben mit ihrer exessiven Nutzung in der Werbung inzwischen sogar schon ein gewisses Nervpotenzial erreicht: Versionsnummern. Eigentlich aus dem Bereich der Softwareentwicklung stammend, hat das neue Marketing die Versionsnummer für sich entdeckt und hofft so auf eine Produktpräsentation im Licht des technologischen Fortschrittes. Egal ob es sich um Kinofilme, Nassrasierer oder Autos handelt …
Und als ob das alleine nicht schon ausreichen würde: Nun hat es auch noch das Internet erwischt. Ja genau. Das Internet. Jeder spricht von Web 2.0. Und jeder scheint auch genau zu wissen, worum es geht, woher es kam und wie es aussieht. Schließlich besurfen wir es ja täglich. Nicht nur in den Chefetagen weiß der “Experte”, daß es ohne nicht mehr geht. Web 2.0 ist das Allerheilmittel. Es ist so allerheil, daß eine Nachfrage genauso abwegig wäre, wie den Papst nach möglichen Geschlechtskrankheiten zu fragen. Deshalb wird das Update von Web 1.0 zu Web 2.0 zum Pflichtprogramm jedes Unternehmens, daß von sich behauptet, etwas vom Online-Marketing zu verstehen.
Ok, jeder der ein wenig von der Sache versteht, weiß, dass es sich wohl vielmehr um die Bewertung einer Entwicklung handelt: Internetpräsenzen bieten nicht nur mehr statische Inhalte an, sondern fordern zur Interaktivität auf. Der Websitebesucher konsumiert nicht nur, sondern bringt sich selbst mit seinem persönlichen Inhalt ein.
Der Datenfluß wurde durch die neue Verwendung altbekannter Techniken nun bidirektional (also in beide Richtungen) erweitert.
Nachdem nun langsam jeder Begreift, was Web 2.0 wirklich ist und ob man es für die eigene Firma gewinnbringend nutzen kann, kommt schon die nächste Versionsnummer ins Gespräch: Web 3.0. Keiner weiß genau, wie es aussehen soll (jeder hat hier andere “Visionen” - und auch Versionen), ist aber auch egal, denn Hauptsache wir haben wieder eine neue Versionnummer als Marketing-Antriebsmotor vor Augen.
Entwicklungsphasen
Ganzzahlige Versionssprünge deuten ja immer auf besonders gravierende Neuerungen hin. Wenn man die Entwicklungen einmal genau betrachtet, kann man jedoch rückblickend auch ein Web 1.5 ausmachen. Diese Entwicklung war jedoch ausschließlich auf Seiten der Internetseiten-Betreiber spürbar:
Gemeint ist der Sprung einer statischen HTML-Seite in ein Redaktionssystem (CMS, Content Management System), mit dem auch der unerfahrene Nicht-Programmierer die Inhalte der Website pflegen kann. In derWeb 2.0-Ära sind wir eigentlich schon bei Web 2.5 angelangt: Neben der Frage, ob ich als Unternehmen überhaupt interaktive Bereiche auf meiner Internetseite anbiete, ist nun entscheidend, wie schnell ich neue Konzepte realisieren kann.
Rapid Development
Achso, eine Sache hätte ich beinahe vergessen: Anglizismen sind im modernen Marketing und der IT-Branche besonders wichtig. Ohne diese wird man beim Vorstandsmeeting nicht mehr ernst, bzw. wahr genommen. Zumindest wird einem die fachliche Qualifikation aberkannt, da jeder den Ausführungen folgen kann und sich niemand mehr von den unverständlichen Magic-Words geblendet wird.
Rapid Development gehört sicherlich dazu. In Deutsch hört es sich nicht halb so cool an: Schnellentwicklung … ne, das geht nich …
Dahinter steht der Gedanke, Web 2.0-Anwendungen schnell, sehr schnell zu entwickeln, denn der Faktor Zeit spielt eine immer entscheidendere Rolle bzgl. der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Zum einen geht es hier um (die Kosten von) Personaleinsatz, zum anderen aber auch um die Time-To-Market-Frage (First Mover Advantage - sorry hier gibt es keine treffende Deutsche Bezeichnung).
Momentan entwickeln sich hier einige sog. Frameworks, die dem Programmierer Routineprogrammierungen erleichtern und teilweise sogar abnehmen. Diese Frameworks gibt es inzwischen für verschiedene Programmiersprachen. Allerdings sind die meisten noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase.
Ruby on Rails
Ein Vorreiter in diesem Bereich war und ist Ruby on Rails, das zur Programmierung vieler weiterer Frameworks in anderen Programmiersprachen inspirierte.
Es beherrt viele Konzepte für eine schnelle und geordnete Entwicklung von auch komplexen Webanwendungen.
Die Vorteile zu anderen Programmier- bzw. Scriptsprachen sind - in Bezug auf die neuen Anforderungen von Web 2.0 - so groß, daß es sich lohnt, mehr als nur einen Blick auf Ruby on Rails zu werfen.
Geändert am: 06.09.2007
Einsortiert: Allgemein | WONG IT
Navigation: / Nächster Artikel




Kommentare
(Bisher keine Kommentare)Was denken Sie?