Social Networking:
Ein Leben mit Xing, WKW & Co.
Soziale Netzwerke avancieren langsam aber sicher zum festen Lebensbestandteil vieler Nutzer und dienen damit als virtuelle Erweiterung des realen Netzwerkes, bzw. verschmelzen sogar mit diesem.
Und noch ein neues Netzwerk
Friendster, die Lokalisten, Facebook, Xing, Wer-kennt-Wen, Linkedin, Stayfriends oder StudiVZ: Die modernen Community-Systeme leben von einer Vielzahl von Nutzern. Hat ein neu eröffnetes Netzwerk erst einmal die kritische Mindestanzahl von registrierten Nutzern überschritten, wächst es meist ohne weiteres Zutun von alleine.
Bei Betrachtung des aktuellen Angebotes stellt sich inzwischen aber die Frage: Wieviele Netzwerke braucht der Mensch? In regelmäßigen Abständen tauchen neue Netzwerke auf, die versprechen, noch mehr Spaß und einen größeren Nutzen zu bieten, als alle anderen.
Beinahe allen gemeinsam ist jedoch das Bestreben der realen Abbildung von Beziehungen um diese auch “offline” nutzen zu können. Eine systematische Anonymisierung wird nicht unterstützt.
So, wie wir auch im realen Leben oft eine Trennung zwischen privaten und beruflichen Kontakten vornehmen (und damit bereits auch zwei unterschiedliche Netzwerke “betreiben”), so entwickelen sich auch virtuelle Netzwerke basierend auf diesem Gedanken.
Networking-Typen
Die zur Zeit verfügbaren Plattformen lassen sich deshalb auch in 2 Typen mit folgenden Schwerpunkten einteilen:
- Private Kontakte
- Geschäftliche Kontakte
Natürlich kann es bei beiden Typen jeweils Überlappungen zum anderen geben.
Die Motivatoren zum Beitritt sind - abhängig vom Netzwerktyp - ganz unterschiedlicher Natur. Netzwerke mit primär privaten Kontakten ziehen viele Neuzugänge durch attraktive Tools und Funktionen zur Selbstdarstellung und Inszenierung an. So findet man bspw. bei WKW (wer-kennt-wen.de) eine Liste derer, die die meisten Einladungen an andere Verschickt haben. Durch diesen geschickten Mechanismus fährt der Anbieter ein geschicktes Viralmarketing, welches in seiner Effektivität kaum zu schlagen ist.
Bei Friendster gibt es eine “Bestenliste” derer, auf deren Profil am häufigsten geklickt wurde. Da verwundert es nicht, daß sich gerade jüngere Nutzer einen Sport daraus machen, die Klickraten zu manipulieren um nur einmal ein paar Minuten im Rampenlicht zu stehen.
Andere wiederum möchten mit einem extrem großen Freundeskreis glänzen, der dem eigenen Ego und auch anderen zeigen soll, wie begehrt man doch ist.
Egal welche Features zur Selbstdarstellung notwendig sind: Sie kommen beim Zielpublikum sehr gut an und erfüllen im Sinne der Betreiber ihren Zweck: Sie sorgen für eine langfristige Bindung.
Natürlich gibt es auch weitere Nutzer mit anderen Ambitionen, die bspw. alte Bekannte ausfindig machen wollen oder - weil die sozialen Kontakte der “normalen” Welt nicht ausreichend sind - einfach ihren Bekanntenkreis erweitern wollen.
Anders sieht es bei den Netzwerken zum Ausbau von Geschäftsbeziehung aus: Eine korrekte Selbstdarstellung ist zwar auch hier wichtig, jedoch stehen hier ganz andere Eigenschaften des Nutzers im Vordergrund, die korrekt präsentiert werden wollen.
Ein zu viel an privaten Informationen kann hier sogar schädlich sein und dazu führen, dass man potenzielle Kandidaten vorab falsch einordnet und mit Vorurteilen belegt.
Eine saubere Trennung zwischen Privat und Beruf ist also nicht nur möglich, sondern zwingend notwendig. Schließlich möchten Sie ja nicht jedem Ihrer Geschäftspartner auch Ihre Nachbarin vorstellen …
Das Kleine-Welt-Phänomen
Viele Netzwerke zeigen den Verbindungspfad zu einer gesuchten Zielperson an. Über diese Funktion wird verdeutlicht, wieviele Nutzer in der Kette der Bekanntschaften zwischen 2 Personen liegen. Dadurch wird das sog. Kleine-Welt-Phänomen erkennbar, eine These, die in den 60ern aufgestellt und experimentell teilbestätigt wurde. Sie besagt, daß maximal 6 Knoten (Nutzer) innerhalb eines Netzwerkes erforderlich sind, die 2 beliebige Nutzer des Netzwerkes miteinander verbinden können.
Zwar sind die Erkenntnisse über die Verbindungen in den meisten Fällen von geringerer Bedeutung und kaum praktischem Wert, sorgen Sie aber doch oftmals für den ein oder anderen Aha-Effekt.
Entwicklung
Die ersten Netzwerke entwickelten sich mit dem Fokus auf recht spezielle Bedürfnisse, wie bspw. StayFriends zum Auffinden von alten Schulfreunden.
Der Trend geht aktuell aber in eine universellere Richtung ohne feste Rahmenbedingungen. So findet man bspw. bei WKW nicht nur alte Schulfreunde, sondern auch alte Arbeitskollegen, Verwandte oder man verlinkt sich einfach mit den Nachbarn zur Vergrößerung seines virtuellen Bekanntenkreises.
Durch diese weiteren Motivatoren und Nutzerfreiheiten wächst WKW zur Zeit extrem schnell und kostet dabei (noch) nichts.
Social Networks werden damit den realen Netzwerken immer ähnlicher.
Fazit
Langfristig wird man wohl - wie im “normalen” Leben auch - nur 2 Netzwerke benötigen: Eins für private und ein anderes für geschäftliche Kontakte. Xing und WKW haben momentan beste Chancen, die Social Netzworks der Wahl zu werden.
Aber die Entwicklung geht weiter und wir dürfen gespannt sein, bei welchen Plattformen wir uns ins Zukunft noch anmelden dürfen.
Geändert am: 14.02.2008
Einsortiert: Social Network / Community | WONG IT
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