Test: Mandriva 2008.0
Endlich: Mandriva 2008 ist da. Kurz nachdem openSUSE 10.3 das Licht der Welt erblickte, steht nun auch von Mandriva der neueste Sprössling in den Versionen ONE, FREE und POWERPACK PRO zum Download auf der Mandriva-Homepage bereit.
Mandriva 2008.0 hat einige Detailverbesserungen erhalten, die das Arbeiten im Vergleich zur Vorgängerversion 2007.1 noch runder machen. Welche das sind und welchen Gesamteindruck die Distribution hinterlässt, möchte ich im Folgenden beschreiben.
Release-Zyklus
Mandriva veröffentlich jeweils halbjährlich ein neues Release seiner Linuxdistribution. Die Release-Bezeichnung enthält dabei das Jahr (2008) und eine “.0″ (erstes Release), bzw. “.1″ (zweites Release).
Versionen
In der Version ONE kommt Mandriva als Live-CD (ISO-Abbild) daher, über die zunächst gebootet wird, ohne dass das System wirklich installiert werden muss. Wenn’s gefällt, kann anschliessend installiert werden, was bei Mandriva in Windeseile erledigt ist (auf meinem Rechner war das komplette System innerhalb von 15 Minuten lauffähig).
Die Version FREE präsentiert sich als DVD-ISO-Abbild und beinhaltet ausschließlich freie Software.
Die Version POWERPACK PRO ist mit Mandriva-Support die kostenpflichtige Variante.
Für die meisten Privatnutzer sollte Mandriva ONE eine sehr gute Wahl sein.
Look & Feel
Absolues Eyecandy und perfekte Usability: Mandriva bietet auf Knopfdruck die Wahl zwischen Standard-KDE (resp., Gnome), Metisse (Mandriva 3D-Desktop) und Compiz-Fusion (viel mehr als nur wabbelige Fenster und 3D-Desktop-Würfel). Bei openSUSE gibt’s das (so einfach) nicht.
Ausprobieren sollte man alle 3D-Einstellungen. Mein absoluter Favourit ist allerdings Compiz Fusion. Mit ein paar Klicks lässt sich die Standardkonfiguration zu einer unglaublich produktiv bedienbaren Desktop-Oberfläche aufwerten, die jedes Windows Vista erblassen lässt.
Hier sei nochmals betont, dass es nicht (nur) um nette Effekte geht, die das System ausbremsen und nach kurzer Zeit eh nerven, sondern, ein wirklicher Mehrwert in Bezug auf Usability erzielt wird.
Nicht zuletzt ist allerdings auch die schön gestaltete, von Mandriva mitgelieferte KDE-Grafik zu erwähnen, die im Vergleich zu openSUSE noch etwas erwachsener wirkt.
Startmenü
Mandriva bietet eine weiterentwickelte Variante des bereits aus openSUSE10.2 bekannten Startmenüs an. Diese enthält zudem die Beagle-Desktop-Suche, die während der Eingabe (so wie bei Vista auch) bereits nach passenden Programmen, aufgerufenen Internetseiten und anderen Files sucht und diese anzeigt. Klasse - nie mehr ohne!
System
Neben der Tatsache, daß Mandriva 2008.0 mit einer verbesserten Hardware-Erkennung daherkommt und recht stabil läuft (auf meinem Rechner stabiler als openSUSE), stellen die Entwickler auch einen großen Pool an erstaunlich aktuelle Software bereit.
So stand bei meinem Test bereits das wenige Wochen alte Blender 2.45 zur Installation zur Verfügung.
Fazit
Mandriva 2008.0 gehört definitiv zu meinen Linux-Lieblingsdistributionen. Das liegt sicherlich nicht an den absoluten Killerfeatures (naja, von Compiz Fusion einmal abgesehen), sondern am gesamten Zusammespiel der weiterentwickelten Komponenten.
Viele Dinge, die man bei der Konkurrenz immer noch manuell einrichten muss, funktionieren hier Out-of-the-Box.
Wer sagt, dass Profisystem nur über die Kommandozeile konfiguriert werden und einen optisch miserablen Eindruck machen müssen, der irrt. Und ob das werbe-gehypte (K)Ubuntu wirklich die bessere Wahl ist?
Ich jedenfalls bleibe bei Mandriva!
Geändert am: 26.10.2007
Einsortiert: Betriebssystem | WONG IT
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Kommentare
(Bisher 3 Kommentare)HerrRossi / 24.10.2007, 11:15
Ich kann mich dem geschriebenen, vorbehaltlos anschließen!
Wer das neue Mandriva 2008.0 einmal in Aktion (besonders die Stabilität) erleben durfte, nimmt so schnell keine andere Distribution!
Dank der Plf gibt es außerdem Pakete bis der Arzt kommt…..
Tobis Welt » Blog Archive » Das Mandriva 2008.0 Experiment - ein Test / 04.11.2007, 10:09
[…] durch Steven habe ich mich hingesetzt und Mandriva 2008.0 auf dem HP 6715s zu installieren. Ich muss dazu sagen, […]
admin / 21.11.2007, 12:27
Sehr interessant auch die CHIP-Bewertung von Ubuntu 7.10 unter http://www.zdnet.de/enterprise/os/unix/0,39029105,39158729,00.htm
Was denken Sie?