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Twitter on Rails

Twitter ist wohl die größte Rails-Anwendung, die zur Zeit online ist und deren Hype nun endlich auch Deutschland erreicht hat.

Für die Programmierer dieser Anwendung war es mit Sicherheit ein sehr angenehmes Arbeiten, schafft das Framework doch optimale Arbeitsbedingungen für ein extrem schnelles und übersichtliches Coden. Die Entwicklung mit Ruby on Rails war so produktiv, daß Twitter in kurzer Zeit fertiggestellt werden konnte.

Besucheransturm
Zu Anfang des Jahres tauchten jedoch erste Probleme auf: Twitter schien dem großen Besucheransturm nicht wirklich gewachsen zu sein. 2 Millionen Nutzer erzeugten eine Last von ca. 11.000 Hits pro Sekunde, die der Hoster Joyent abfertigen mußte.

Die folgenden Vergleichzahlen (weltweit) lassen recht gut einschätzen, welchem Feuerwerk Twitter da ausgesetzt war:

Google: 52.000 / Sek
mySpace: 17.000 / Sek
Twitter: 11.000 / Sek
Wikipedia: 2.700 / Sek

Skalierbarkeit von Rails
Alex Payne, einer der Twitter-Entwickler (Video-Interview), entschloß sich damals, mit seinem Unmut an die Öffentlichkeit zu gehen. Seine Aussage, daß Rails zwar nett zu programmieren sei, sich wohl aber kaum zur Skalierung für große Projekte eigne, lößte bei den Ruby on Rails-Entwicklern lautstarke Empörung aus. Das von Payne beschriebene Problem zielte auf die fehlende Möglichkeit von Rails, sich mit mehreren Datenbanken gleichzeitig zu verständigen. Dadurch sei die praktische Skalierbarkeit auf die maximale Leistung eines Datenbankservers begrenzt. In Anbetracht von 11.000 Hits pro Sekunde muss man allerdings attestieren, daß das für einen alleinigen Datenbankserver ein recht gute Leistung ist.

Gespannt verfolgte damals die Blog-Gemeinde die Anfeindungen zwischen den Rails-Entwicklern bei signal37.com und Twitter; und jeder wußte es nun besser. Jeder fragte sich, warum die Twitter-Entwickler so blauäugig auf Ruby on Rails gesetzt hätten, warum man bestimmte Probleme nicht so, sondern so gelöst hätte und überhaupt …

Diese öffentliche Diskussion und Anteilnahme zur technischen Konzeption einer Web2.0-Anwendung war in dieser Form absolut neu!
Nach ein paar Wochen Funkstille zu diesem Thema meldete sich Twitter nun mit einvernehmlichen Tönen zurück. Das Problem sei behoben und Twitter sei nun für den großen Ansturm gewappnet (war möglicherweise das hier der entscheidende Hinweis?). Twitter wolle Ruby on Rails in jedem Fall treu bleiben (http://twitter.com/blog/2007/06/under-hood-at-twitter.html).

Abschließend kann man eigentlich nur festhalten, daß der Aufbau einer solch großen Community-Plattform mit dem leistungsmäßig noch nicht vollständig erprobten Rails zwar keine leichtsinnige, aber trotzdem eine mutige Angelegenheit war. Da bis dato jeder davon ausging, das System mit zusätzlicher Hardware auf eine beliebige größe skalieren zu können, kann man den Twitter-Entwicklern keinen wirklichen Vorwurf machen.
Das Rails-Konzept hat diese Herausforderung in jedem Fall bestanden und gezeigt, daß sich nun auch wirklich große Projekte mit Rails umsetzen lassen.

Powerset - die selbsternannte, zukünftige Google-Konkurrenz - plant die Umsetzung des Frontends mit Ruby (on Rails). Wir dürfen gespannt sein, was noch alles folgen wird!

Ruby on Rails still Rocks!

Geändert am: 11.09.2007
Einsortiert: Ruby (on Rails) | WONG IT
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