Ubuntu vs. openSUSE vs. Mandriva vs. Debian
Ich persönlich bin für die Entwicklung von Web-Applications schon vor einiger Zeit von Windows auf Linux umgestiegen. Abgesehen davon, daß Linux als Open Source Betriebssystem frei erhältlich ist, gibt es auch sonst noch einige Vorteile:
- Sehr gute Integration von und Kommunikation zu Remote-Servern
- Ausgereifte Entwickertools
- Produktive und schicke 3D-Desktop-Umgebungen
- Schnelles und sicheres Betriebssystem
Linux hat für Entwickler den Sprung auf den Desktop schon längst geschafft. Aber auch für den “normalen” Privatanwender ist Linux inzwischen sehr produktiv und angenehm nutzbar; zumal es inzwischen mehr Komfort bietet, als die Konkurrenz aus Redmond, Windows Vista.
Doch welche Linux-Distribution ist die beste?
Ubuntu schlägt zur Zeit das lauteste Marketing-Trommel aller Linux-Anbieter und wird deshalb auch am deutlichsten wahrgenommen. Dementsprechend wurde Ubuntu zur beliebtesten Linux-Distribution mit einem (angeblichen) Marktanteil von über 50% gewählt, was wiederum den Computerversand Dell dazu bewogen hatte, erstmals eigene Computer nicht mehr mit Windows, sondern mit Ubuntu vorinstalliert auszuliefern.
Doch ist Ubuntu wirklich die stärkste aller angebotenen Optionen?
Vergleicht man Ubuntu (Kubuntu) mit openSUSE, Mandriva oder Debian, kann man - nüchtern betrachtet - den Hype nicht wirklich nachvollziehen: Viele der für Ubuntu genannten Vorteile bieten die Konkurrenten ebenfalls - manche Dinge erledigen sie sogar noch besser.
Stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum auch anscheinend unabhängige und objektiv berichtende Magazine auf diesen Marketing-Zug aufspringen. Weil sie glauben zu wissen, was die Leser hören wollen?
(k)ubuntu
.. ist einfach und schnell zu installieren und bietet ein großes Softwareangebot zur direkten Installation.
openSUSE
… ist ebenfalls einfach zu installieren, der Installationsvorgang nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch als das bei (k)ubuntu der Fall ist. Das Softwareangebot ist ebenfalls riesig. Einzig und allein das Paketmanagement ist bis zur Version 10.2 eine relativ nervige, da langsame Angelegenheit.
Großes Plus: Eigentlich alles kann bei openSUSE auf einfachste Weise mit dem Tool Yast konfiguriert werden, daß über den X-Server (grafische Fensteroberfläche), genauso aber auch über die Kommandozeile zur Verfügung steht.
Mir persönlich hat das neue openSUSE-Startmenü sehr gut gefallen, was jedoch nicht bei allen Nutzern gut wegkam. ich möchte jedenfalls in keinem Fall mehr auf die Desktopsuche mit automatisfcher Indexierung verzichten.
Mandriva
… ist genauso leicht zu installieren, wie seine bisherigen Konkurrenten. Besonders gut hat mir die gute Hardwareerkennung, die einfache und übersichtliche Bedienung, sowie das komplette grafische Erscheinungsbild gefallen. Mandriva war mit der Version 2007 der erste Distributionsanbieter, der Beryl- und Compiz-3D-Effekte via Mausklick an- und abschalten ließ.
Debian
… ist das letzte wirklich freie Linux, daß nicht von einem Unternehmen, sondern alleine von der Community gepflegt wird. Im Unterschied zu den anderen Distributionen erscheinen neue Versionen von Debian in wesentlich längeren Zyklen.
Debian galt bisher immer als Profi-Linuxsystem, da die große Anpassungsfähigkeit zu lasten einer einfachen Bedienung ging, die bspw. auf grafische Installer und Konfigurationstools weitestgehend verzichtete. In derversion 4 hat sich das nun geändert, sodaß Debian auch für Nicht-Profis zu einer Alternative werden könnte.
Die Zeiten, in denen es nur “gebastelte” und unansehnliche Software für Linux gab, sind definit vorbei. Spätestens jetzt, wo auch öffentliche Einrichtungen und Ämter auf das freie Betriebssystem umsteigen, ist wahrzunehmen, daß Standard-Aufgaben, wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder eMail mindestenz genauso zuverlässig und kompatibel genutzt werden können.
Letztendendes bleibt es wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welche Distribution man sich entscheidet, denn die Unterschiede sind teilweise nur marginal. Allerdings sollte man nicht nur der Werbung glauben, sondern bei Entscheidungsfragen die Systeme lieber selbst testen. Bei den angeboteten Live-CD’s, die eine Installation erübrigen, ist das sogar noch nicht mal sonderlich - und es lohnt sich!
Als Windows-Alternative kann ich persönlich openSUSE und Mandriva wärmstens empfehlen!
Geändert am: 20.10.2007
Einsortiert: Betriebssystem, Strategie | WONG IT
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Kommentare
(Bisher 2 Kommentare)Florian / 06.12.2007, 21:32
Dem kann ich nur zustimmen. openSUSE ist die meiner Meinung nach beste Distri gerade für Anfänger, aber auch für fortgeschrittene Anwender. Ich verwende zur Zeit Version 10.3, habe Ubuntu, Mandriva, Fedora Core, etc. getestet … und bin bei openSUSE geblieben.
Einfach mal verschiedene Distris antesten, es lohnt sich!
Gruß,
Florian
Mirko / 24.01.2008, 12:16
Mir persönlich gefällt auf meinem Desktop ein (X)ubuntu besser als ein (open)SuSE. Beryl läuft sehr stabil und die Paketverwaltung ist allererste Sahne.
Der eigentliche Vorteil von SuSE gegenüber Ubuntu liegt in der besseren Hardwareerkennung. Schon ein simpler SATA-Raid Controller bereitet dem aktuellen Xubuntu 7.10 GutsyGibbon arge Probleme. SuSE hingegen erkennt den Controller problemlos.
Ich denke, dass der Einsatzzweck eine größere Rolle bei der Distributionsauswahl spielen dürfte, als optische Spielereien oder Logos. Wie schon im Artikel erwähnt ist die Zeit der “Bastellösungen” (fast) vorbei.
Was denken Sie?