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Visuelles UserTracking mit m-pathy:
Dem Besucher über die Schulter geschaut

m-pathy testDer englische Begriff Empathy steht für “sich Einfühlen” oder “Nachempfinden”. Dies beschreibt nur allzu treffend, was man mit dem neuen Service der Dresdner seto GmbH anstellen kann:

m-pathy.com erlaub zum ersten Mal die visuelle Aufzeichnung der Mausbewegung der Besucher auf der eigenen Internetseite. Dieser Dienst ist bisher einmalig und eröffnet für die Usability-Analyse völlig neue Möglichkeiten.

m-pathy.com präsentiert sich in schönem, aufgeräumten Design. Was mir persönlich sehr gut gefällt: Ein Blick genügt um zu verstehen, worum es geht. Das ist bei neuen, nicht selbsterklärenden Produkten oder Dienstleistungen nicht immer selbstverständlich.

Traditionelle Datenerfassung
Traditionelle Analysetools sind oft mit vielen Funktionen überfrachtet und machen ein Herausarbeiten der relevanten Daten für eine Interpretation oft recht schwer. Trotzdem bildet das Datenmaterial die unverzichtbare Basis für die Darstellung eines Gesamtbild der Situation. Schließlich möchte man als Betreiber ja wissen, wieviele Besucher auf die eigene Seite gekommen sind und wieviele von diesen zum Kontaktformular gefunden haben.

Was aber, wenn hier ein nicht erklärbares Gefälle ermittelt wird? Was wäre, wenn von 10.000 Besuchern nur 5 Besucher das Kontaktformular nutzen? Usability-Probleme lassen sich über die von den Statistik-Programmen gelieferten Datenmassen allerdings garnicht oder nur sehr bedingt ermitteln und lösen.

Mit m-pathy ist es nun möglich, genau an dieser Stelle die Analyse fortzusetzen und im warsten Sinne des Wortes zu visualisieren. Dort, wo bisher nur erfahrene Experten weiterhelfen konnten, kann es bei Betrachtung von nur wenigen Besuchvorgängen zum Aha-Erlebnis kommen.

Installation
Die Installation von m-pathy ist kinderleicht: Zunächst muß ein m-pathy-Account angelegt werden. Für die Präparation der zu beobachtenden Internetseiten genügt die Einbindungen des bereitgestelten JavaScript-Codeschnipsels in den Fußbereich.
Aktuelle Besuchvorgänge stehen nach etwa 5 Minuten über den eingerichteten Account als Video bereit und können angesehen werden.

Die Psychologie der Mausbewegung
m-pathy test … gut, ganz so einfach ist es nicht, denn die beobachteten Mausaktionen müssen - wie traditionell erfasste Daten auch - als spezifische Intention gedeutet werden können. Man wird jedoch recht schnell immer wiederkehrende Muster erkennen und interpretieren können. Dabei hilft sicherlich auch die sich plötzlich einstellende Selbstbeobachtung bei einem Webseitenbesuch.

Bewegungsmuster
Als das wohl am leichtesten zu erkennende Bewegungsmuster ist wohl das “Lesen mit dem Mauszeiger” zu nennen. Der Mauszeiger befindet sich dabei zeitgleich an der Stelle, die das Auge gerade zum Lesen erfasst.
Es gibt allerdings auch ein gegenteiliges Bewegungsmuster, bei dem der Mauszeiger zur Seite gefahren wird, damit der darunterliegende Text besser gelesen werden kann.
Sehr aufschlußreich ist natürlich auch das Scrollverhalten auf einer Seite. Ein typisches Bewegungsmuster wäre ein zunächst komplettes Abscrollen der Seite für einen ersten Vorabeindruck. Anschließend wird entschieden, ob über die Navigation auf eine andere Seite gewechselt wird, eine andere Domain angesprungen oder aber der vorliegende Text gelesen wird.

Im Laufe der Zeit wird man wohl einige dieser Bewegungsmuster kennen- und auch interpretieren lernen, sodaß die Deutung im Sinne einer Fehleranalyse auch einen produktiven Nutzen gewinnen wird.

Detailbewertung in der Masse
Da bei vielen Zugriffen natürlich nicht jeder Besuch visuell ausgewertet werden kann, bietet m-pathy die Möglichkeit, Besuchsaufzeichnungen nach speziellen Kriterien zu filtern.
Tastatureingaben werden übrigens ebenfall mit aufgezeichnet. Dabei werden datenschutzkonform keine Passwörter übermittelt.

Ich persönlich sehe den Einsatz von m-pathy allerdings mehr punktuell als dauerhaft. Denn sind die groben Schnitzer einmal erfasst und beseitigt, gibt es für eine Website eigentlich kaum mehr einen Grund für weiteren, ausbremsenden JavaScript-Code.

Fazit
In der Praxis wird man wohl eine Kombination aus beiden Welten - traditionelle Statistik-Systeme und visuelle Analyse - nutzen. Viele der Bewertungsoptionen altgediegener Programme werden dabei überflüssig, da sich spezielle Fragestellungen mit m-pathy einfach viel besser beantworten lassen.

Besser geht’s wahrscheinlich nur noch mit EyeTracking … aber soweit sind wir (zum Glück?) noch nicht …

m-pathy verläßt mit dem 1. November seinen Beta-Status und wird damit kostenpflichtig. Ein zeitlich begrenzter Dienst soll aber auch weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das System in Zukunft entwickeln wird und welche Erfahrungen die Nutzer mit dieser neuen Art der Besucher-Analyse machen werden.

Trotz aller Marketing-Euphorie: Es ist schon beinahe unheimlich, was man inzwischen alles aufzeichnen und messen kann. Das Zählen von Seitenaufrufen zur statistischen Erfassung war bisher mehr oder weniger anonym. Mit m-pathy wird zum ersten Mal etwas recht persönliches, nämlich eine Bewegung als Abbild des Gedachten eines Besuchers, aufgezeichnet und analysierbar. Aber vermutlich weden wir uns auch daran gewöhnen …

[echse auf schulter (c) pixelquelle.de]

Geändert am: 01.11.2007
Einsortiert: Marketing, Strategie | WONG IT
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Kommentare

(Bisher ein Kommentar)

Crazy Egg - oder: Darum eiert Deine Website | tactical web development blog / typo3 agentur / ruby on rails / php / consulting / programmierung / 01.11.2007, 22:46

[…] haben sich auch die Macher von CrazyEgg auf die Fahnen geschrieben: Wie auch schon mit m-pathy, ist es auch mit diesem Service aus Übersee möglich, die Besucher der eigenen Website […]

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