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Warum Ruby?

Wie oft habe ich in diversen Handbüchern, Fachmagazinen und Forenbeiträgen gelesen, daß PHP leicht zu erlernen sei und deshalb auch für Anfänger gut geeignet wäre.

Dies wurde aber immer mit einem solch speziellen Unterton formuliert, sodaß man immer den Eindruck gewinnen musste, es handele sich bei dem neu erworbenen Wissen um “niederes” intellektuelles Gut. Und wenn man dies dann begriffen hätte, könne man ja mal etwas richtiges lernen.

Sicherlich hat man es so nie direkt formuliert, allerdings wurde offensichtlich, daß Bewunderung nur den Programmierern zu Teil werden sollte, die die wirklich komplizierten Programmiersprachen wie ihre Muttersprache beherrschten.

Ich habe bis heute nicht verstanden, warum nur solche Sprachen, die nur schwer zu beherrschen sind, ein derartiges Ansehen genießen. Mag sein, daß dies auch an der Bewunderung der Intelligenz der wenigen Programmierer lag, die sich unentbehrlich und ihr Ego größer machten. Letztenendes sollte doch die Produktivität und gute Wartbarkeit eine gute Sprache auszeichnen.
Naja, zum Glück scheint sich hier jedoch einiges zu ändern. Auch das anfänglich völlig unterschätzte PHP hat den Sprung zum Industrie-Standard geschafft und ist überall anerkannt. PHP läßt aber gerade in den Anforderungen des neuen Webs nun doch einige strukturelle Mängel erkennen.

Hier kommt Ruby ins Spiel: Die Sprache bietet alle Voraussetzungen für eine überaus strukturierte und extrem schnelle Applikationsentwicklung. Zudem ist die Lernkurve (ähnlich wie bei PHP auch) recht steil, sodaß man bei einem geplanten Wechsel der Sprache (aber auch ohne Programmiervorkenntnisse) recht schnell zu ersten Ergebnissen kommt (und das ist nicht abfällig sondern durchweg als positives Kriterium zu nennen).

Auf Ruby setzt nun noch das Framework Ruby on Rails auf, welches mit seinen Konzepten nochmals ordentlich “Schub” gibt. Die Programmierung einer Webapplikation geschieht damit nicht nur in Windeseile, sondern auch so elegant, daß man sich an andere Scriptsprachen (und Frameworks) nicht mehr gewöhnen möchte.

Die Zukunft gehört nicht den komplizierten und damit weniger produktiven Sprachen, sondern denen, die sich einfach, schnell, intuitiv und damit sicherer und weniger fehleranfällig programmieren lassen. Da der Faktor “Zeit” heute über Erfolg und Mißerfolg eines Unternehmens entscheiden kann, ist zu erwarten, daß Ruby sich in naher Zukunft (wenn die erste Skepsis aus der Chefetage gewichen ist) genauso etablieren wird, wie PHP das in den letzten Jahren bereits geschafft hat.
Dies scheint insbesondere deshalb mehr als wahrscheinlich, wenn man sich der Ausmaße der Vorteile im klaren wird. Ein Besipiel macht es besonders deutlich: Ein Projekt, zuvor mit PHP und 50.000 Codezeile umgesetzt, zählte nach der Umstellung auf RoR (Ruby on Rails) nur noch 5.000 Zeilen. Bei Projekten, die zuvor mit 21.000 Zeilen in JREE umgesetzt wurden, zählte man nach der Umstellung sogar nur noch 800 Zeilen (1:25).
Das die Wartung von soviel weniger Code wesentlich schneller von der Hand geht (und damit auch kostengünstiger bleibt), muß wohl kaum erwähnt werden.

Geändert am: 11.09.2007
Einsortiert: Ruby (on Rails) | WONG IT
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